Porträt von Justin Zitt

Justin Zitt

Deutscher Jazzpianist und Komponist aus Amsterdam. Energetisch, spontan, kreativ — mit einem Klang, der Virtuosität, konzeptionelle Tiefe und improvisatorische Freiheit auf eine Weise verbindet, die lebendig, direkt und voller Präsenz bleibt.

Biografie

Eine junge Stimme des zeitgenössischen Jazzpianos mit Klarheit, Energie und einer starken künstlerischen Identität.

Justin Zitt am Klavier

Justin Zitt ist ein 23-jähriger deutscher Jazzpianist aus Amsterdam. Sein Klavierspiel ist energisch, spontan und kreativ. Mit einem natürlichen Gespür für Virtuosität am Instrument bleibt seine Musik frisch und lebendig. In seinen Kompositionen erforscht er komplexe Konzepte, deren improvisatorische Deutung das Abstrakte in etwas Bildhaftes und Mitreißendes verwandelt.

Derzeit absolviert er seinen Master am Conservatorium van Amsterdam im Studiengang Jazz Performance. Zuletzt verbrachte er ein Austauschsemester an der New School in New York, wo er unter anderem bei Micah Thomas und Matt Mitchell studierte.

Er gewann den 1. Preis beim 8. Internationalen Klavierwettbewerb in Freiburg. Er war Mitglied des Gutenberg Jazz Collective (2022/23) am Jazz Campus Mainz und wurde mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet. Seit 2024 ist er außerdem Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg. Im Oktober 2025 erschien sein Debütalbum FRIGO bei UNIT Records. Von der Kritik wurde es dafür gelobt, dem Klaviertrio-Format einen persönlichen Ansatz zu verleihen und dabei Einflüsse aus Modern Jazz, Avantgarde und zeitgenössischer klassischer Musik souverän umzusetzen.

Justin Zitt begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Später brachte ihn sein damaliger Lehrer Christoph Gärtner mit Gospelmusik in Kontakt und eröffnete ihm die Möglichkeit, seinen Gospelchor zu begleiten. Diese ersten Konzerterfahrungen im Alter von 13 Jahren waren äußerst prägend und legten eine wichtige Grundlage für Band-Interaktion und rhythmische Fähigkeiten, die er in den folgenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelte.

Sein wachsendes Interesse an Jazzmusik führte dazu, dass er am Förderprogramm „Jazz Juniors“ des Landes Baden-Württemberg teilnahm. Anschließend wurde er in das Vorstudium der HMDK Stuttgart bei Professor Hubert Nuss aufgenommen. Nach seinem 18. Geburtstag begann Justin ein Jazzklavierstudium in Mannheim bei Professor Rainer Böhm und Lorenz Kellhuber. In dieser Zeit entwickelte er seine virtuosen improvisatorischen Fähigkeiten weiter und gewann schließlich den International Piano Competition Freiburg (2022), wurde in das Gutenberg Jazz Collective des Jazz Campus Mainz (2022/23) aufgenommen und erhielt außerdem das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2024).

Seit dem Sommer 2024 absolviert er seinen Master in Jazz Performance am Conservatorium van Amsterdam bei Harmen Fraanje. Im Rahmen dieses Studiums erhielt er außerdem die Möglichkeit, ein Austauschsemester an der New School in New York zu absolvieren.

Als Teil des Gutenberg Jazz Collective trat er mit Künstlerinnen und Künstlern wie Ingrid Jensen, Kris Davis, Becca Stevens, Billy Hart und Ben Street auf. Seine Konzerttätigkeit führte ihn durch ganz Deutschland sowie nach Frankreich, in die Niederlande, nach Großbritannien, in die USA, nach Kenia und Sansibar, wo er mit renommierten Musikerinnen und Musikern wie Rich Perry, Wanja Slavin, Mareike Wiening, Nils Landgren, Phil Donkin, Menzel Mutzke, Alex Goodman, Stefan Karl Schmid, Peter Gall und Fabian Arends spielte.

Medien

Videos.

Projekte

Ausgewählte künstlerische Projekte.

FRIGO-Artwork

FRIGO

Ein farbenreiches Debütalbum im Klaviertrio-Format, geprägt von modernem kreativem Jazz, kompositorischer Tiefe und einer starken persönlichen Handschrift.

Klaviertrio UNIT Records Veröffentlicht im Oktober 2025

An Klaviertrios herrscht in der zeitgenössischen Jazzszene wahrlich kein Mangel, und doch gibt es immer wieder Musiker, die es schaffen, diesem vermeintlich vertrauten Format neue Facetten abzugewinnen und ihre Hörer mit originellen Ideen zu überraschen. Justin Zitt ist ein solcher Künstler und präsentiert mit seinem Trio Frigo ein vielschichtiges und farbenreiches Debüt. Als Pianist und Komponist ist Zitt ganz nah am Puls des modernen Creative Jazz, verarbeitet Einflüsse aus Neuer Musik und Jazz mit bemerkenswerter Souveränität, spannt große Bögen, ohne dabei jemals das Publikum aus dem Blick zu verlieren. Seine Stücke glänzen mit polyrhythmischen Strukturen und der Mehrdimensionalität erweiterter Harmonien; trotz aller detaillierten Raffinesse wirken sie immer lebendig und vermitteln eine Intensität, die sich sowohl intellektuell als auch emotional speist.

„Ich möchte, dass meine Musik beide Herangehensweisen widerspiegelt – zum einen eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Komposition und zum anderen meinen intuitiven Zugang“, erklärt Justin Zitt. Sein Ziel ist es, mit sorgfältig durchdachten Konzepten ein Statement zu setzen, es aber zugleich durch emotionale Ausdruckskraft greifbar zu machen. Entsprechend vielfältig sind die Inspirationsquellen, aus denen sich die Kreativität des jungen Musikers speist. Penuel etwa entstand unter dem Eindruck einer einwöchigen Arbeitsphase mit der New Yorker Starpianistin Kris Davis. Toleranzangst hingegen ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Polyrhythmen. „Im Grunde steht das Stück im 7/4-Takt, aber auch 5/4, 9/8 und 11/8 werden kombiniert. In den Soli wählen wir das Metrum frei, weil die Überlagerungen verschiedener Takte Sinn ergeben. Wir haben ziemlich lange geübt, bis das funktioniert hat“, lacht der Bandleader.

Justin Zitt beschreibt drei Gruppen von Einflüssen, die seine Vorstellungskraft als Komponist und Musiker besonders prägen. Da sind zum einen die komplexen Rhythmen und Texturen von Robert Landfermanns Neon Dilemma mit Elias Stemeseder, das Trio Punkt.Vrt.Plastik und Felix Hauptmanns Band Percussion. Hinzu kommt europäische Kunstmusik des späten 19. und 20. Jahrhunderts, darunter die harmonischen Ideen Messiaens, die Klangfarben Debussys, Alban Berg und andere. Die Grundlage für Divided Into One entstand so aus einer Beschäftigung mit Boulez’ Notations. „Das Stück beginnt mit zwölf Tönen, die Reihe bleibt erhalten, wird aber in Harmonie übersetzt“, erklärt Zitt. Die dritte Säule ist für ihn die Tradition des amerikanischen Jazz, insbesondere die dort entwickelten Möglichkeiten, über Formen zu improvisieren – von Bud Powell und Monk bis hin zu Sullivan Fortner und Craig Taborn.

Seine beiden Bandkollegen lernte Justin Zitt an der Hochschule für Musik Mannheim kennen und schätzen. „Beide sind extrem sensibel und hören sehr aufmerksam zu. Unser Zusammenspiel basiert auf großem Vertrauen, was mir viel Sicherheit gibt“, sagt der Pianist erfreut. Seit rund vier Jahren spielt das Trio Zitts Kompositionen, und seit 2023 stehen sie damit auch auf Bühnen in ganz Deutschland. „Als wir im Februar 2024 ins Studio gingen, hatten wir fast alle Stücke bereits live gespielt. Einige waren über mehrere Jahre gereift, und wir haben sie immer wieder im Detail überarbeitet“, erzählt Zitt. „Dadurch konnten wir bei den Aufnahmen mit Variationen in Rhythmus und Harmonie arbeiten.“ Die Ergebnisse beeindrucken durchweg, teils faszinieren sie sogar – sei es durch ihre vielfältigen Metren einschließlich Quintolen, ihre wechselnden Stimmungen, ihr Farbenspiel oder den übergeordneten kreativen Impuls der Band.

Justin Zitt (*Juni 2002) setzte sich im Alter von fünf Jahren erstmals ans Klavier, und ab seinem zehnten Lebensjahr hatte er einen „sehr guten Lehrer, der nicht streng klassisch unterrichtete“. So fand Zitt über Gospel zum Jazz, ohne die klassische Musik aus den Augen zu verlieren. Er spielte in der Big Band seines Gymnasiums, und wenn er nicht am Klavier saß, ging er skateboarden. Kein unwichtiger Einfluss, wie Zitt grinsend erzählt: „Durch den Skatepark zu fahren ist ein bisschen wie sich durch Kompositionen zu bewegen – man geht durch den Parcours und denkt sich Dinge aus.“ Die Möglichkeiten des Klaviers, seine harmonischen und klanglichen Potenziale, faszinieren ihn heute genauso wie damals. „Der Flügel bietet eine riesige Fantasiewelt, in der man sich die absurdesten Dinge ausdenken und ein eigenes Universum erschaffen kann. Es ist ein bisschen wie der Creator-Modus in Videospielen: Man kann fliegen.“

2022 war Zitt Mitglied des Gutenberg Jazz Collective am Jazz Campus Mainz. Dort spielte er Konzerte mit Ingrid Jensen, Kris Davis, Becca Stevens, Billy Hart und anderen. Der aufstrebende Pianist trat außerdem mit Nils Landgren, Menzel Mutzke, Stefan Karl Schmid, Peter Gall, Wanja Slavin und weiteren Künstlern auf Bühnen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf. Derzeit ist Zitt Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg und absolviert seinen Master in Amsterdam, zu dem auch eine Austauschpartnerschaft mit der New School in New York gehört. „Ich wollte in einer Stadt sein, in der viel passiert“, sagt er, „hier gibt es etwa 5–6 Konzerte am Tag, was sehr inspirierend ist.“

Justin Zitts feiner Sinn für Humor zeigt sich vielleicht eher zwischen den Noten seiner Musik. Ganz sicher zeigt er sich aber im Namen der Band. „Frigo“ entstand während einer Pokernacht“, sagt Zitt, „das Wort erinnert ein bisschen an Trio, deshalb erschien es mir passend. Auf Spanisch bedeutet es auch Kühlschrank. Ich finde, es vermittelt einen coolen Charme, eine Art verhüllte Coolness, und passt deshalb gut zu unserer Musik.“

Ob Justin Zitts Musik tatsächlich eine Art Coolness entwickelt, darf jeder für sich selbst entscheiden. Klar ist: Sie besitzt enorm viel Charakter. Zitts rhythmische und melodische Vorstellungskraft, seine stilistische Vision und die Klangsprache, die er gemeinsam mit seinen Mitmusikern erschafft, machen Frigo zu einer überraschenden und beeindruckenden Erfahrung, die das Debütalbum des Trios deutlich aus dem weiten Feld des Jazzpianos heraushebt.

— Norbert Krampf

Achromat-Artwork

ACHROMAT

Ein Achromat ist eine Linse, die Licht unterschiedlicher Wellenlängen bündelt und in einem einzigen Brennpunkt vereint.

Modern Jazz Indie Progressive Rock Pop

Ein Achromat ist eine Linse, die Licht unterschiedlicher Wellenlängen bündelt und in einem einzigen Brennpunkt vereint. Die Mannheimer Band achromat verfolgt musikalisch genau dieses Prinzip: Einflüsse aus Modern Jazz, Indie, Progressive Rock und Pop treffen aufeinander – und werden im gemeinsamen Klangraum der Band fokussiert.

Die vier Musiker bringen ihre jeweils individuellen musikalischen Hintergründe mit und verschmelzen sie zu einem vielschichtigen, energiegeladenen Sound. Jedes Konzert bringt neue Farben hervor: Sounds werden live aufgebrochen, umgeformt, verdichtet – Improvisation als Prisma.

Achromat sind:

  • Max Schroth - E-Bass
  • Justin Zitt - Klavier & Synthesizer
  • David Sanwald - Saxophon
  • Julius Steyer - Drums

Pressestimmen:

„Komplex, aber nie verkopft. Energetisch, aber kontrolliert. Achromat vereint Intellekt und Intuition.“
— Mannheimer Morgen

„Musik wie durch ein Prisma: klar, vielschichtig, spannend.“
— All About Jazz Germany

Das gleichnamige Debutalbum erschien im Oktober 2024 und wurde seitdem in mehr als 15 Ländern gestreamt

Live

Konzerte.

Kalender-Backend vorbereitet. Warte auf den Apps-Script-Endpunkt.
Porträt von Justin Zitt im Freien

Kontakt

Booking, Kollaborationen und Anfragen.

justin.zitt@icloud.com Für Konzerte, Kollaborationen, Kompositionsaufträge und allgemeine Anfragen.
Amsterdam, NL Verfügbar für Konzerte, Aufnahmen und Projektkontexte in den Niederlanden und darüber hinaus.
Porträt von Justin Zitt